
Nach einem ausgiebigen Fruehstueck mit hausgemachtem Parmaschinken und Parmesankaese geht es ueber Corniglio weiter in Richtung Passo di Ticchiano (1154m).


Bei Trefiumi werde ich durch ein altes verrostetes gelbes Schild „Sciovia Trefiumi km2“ von der Hauptstrasse gelockt. Auf einer kleinen Waldtrasse fahre ich bis es nicht mehr weiter geht und stehe auf einmal vor einer alten Staumauer. Obwohl nicht mein Ziel, schaue ich mich etwas um.

Auf dem Rueckweg zur Hauptstrasse entdecke ich dann auch die Zufahrt zu dem ehemaligen Skigebiet. Ein recht steiler Schotterweg fuehrt mich auf eine Art Alm. Dort erklaert mir ein etwas erstaunter Pilzsammler, dass die Anlagen schon vor Jahren abgebaut worden sind. Allerdings, die „vecchia Biglietteria“ sei noch in Fragmenten erhalten. Ich erspare mir die Ruine und ziehe dankend weiter.
Wenig spaeter erreiche ich Prato Spilla. Die dortige Nascivera Doppelsesselbahn wurde offensichtlich von Leitner revidiert, der alte Schlepplift musste einem Foerderband weichen.

Auf dem Weg zum Passo die Legastrello (1200m) verleitet mich ein Schild „Seggiovia Ventasso“ zu einer Richtungsaenderung. Ich lasse mich „treiben“ und folge einfach den weiteren Wegweisern.

Ueber Ramiseto erreiche ich eine Art Ski-Station aus den 70/80er Jahren. Offensichtlich gab es einst drei Schlepplifte. Die Fragmente des Untersten stehen noch in der Landschaft, der Mittlere und der Obere sehen betriebsbereit aus. Waehrend ich diverse Bilder mache, kommt ein Mann auf mich zu und stellt sich als „Direttore“ vor. Wir unterhalten uns ein wenig. Ich bin etwas erstaunt, dass er mir seine Nascivera Schlepplifte als Leitner Anlagen vorstellt. Desweiteren erfahre ich, dass ein „Seggiovia“ irgendwann mal den oberen Skilift ersetzen soll. Vor geraumer Zeit hat man uebrigens auf Doppelayr Gehaenge umgestellt.

An der oertlichen Bar haengt noch dieses alte Schild und weist auf einen oeffentlichen Fernsprecher hin.

Eben ausserhalb des Dorfgebietes entdecke ich eine, nicht in meiner Karte eingezeichnete Strasse (SP102) nach Collagna. Diese Via Lago Calamone fuehrt mich durch eine wunderschoene Gegend.


Auf dem Passo die Cerreto (1261m) verlasse ich die Hauptstrasse und fahre in Richtung des Wintersportzentrums Cerreto Laghi. Vor der oertlichen Eishalle entdecke ich diese historische Rolba Fraesschleuder mit V-6 Deutz Dieselmotor auf Unimog Fahrgestell.

Am Ende der Strasse sind um den See diverse Beherbergungsbetriebe gruppiert.

Von den einst drei Graffer Sesselliften ist nur noch eine Doppelsesselbahn betriebsbereit erhalten. Laut Aussage des Betriebspersonals hat diese noch zwei Jahre bis zum Erreichen des „fine della vita tecnica“ mit 40 Jahren.

Ich fahre zurueck in Richtung Collagna. Neben der Strasse hat man einen wunderschoenen Blick in die Schlucht.

Wer zu „Strada Interrotta“ keine Vorstellung oder Uebersetzung hat, kann sich hier weiterbilden.

Es empfiehlt sich allerdings diese Weiterbildung nur bei Tageslicht durchzufuehren …

Von Collagna gelange ich auf einer schnuckeligen kleinen Nebenstrasse ueber Vaglie und Ospitaletto auf den Passo di Pradarena (1579m).


Auch hier erinnert eine Gedenktafel an Partisanentaetigkeit; sonst gibt es nicht viel zu sehen. Ich fahre zurueck in Richtung Osten. In Ospitaletto kann ich noch diesen Leitner Ski-Kuli der zweiten Generation ablichten. Die Zufahrt zu einem weiteren (neueren) Schlepplift kann ich trotz tollkuehner „Flussquerung“ nicht finden und breche die Suche aus Zeitgruenden ab.

Kurz vor 19 Uhr erreiche ich Ligonchio; von hier soll es laut Karte einen „Fahrweg“ durch das Ozola Tal zum Passo d. Forbici (1574m) geben. Nach diversen Versuchen finde ich die Zufahrt und folge der kleinen asphaltierten Strasse in’s Niemandsland. Nach ca 6 Kilometern komme ich an einen gekennzeichneten Hubschrauberlandeplatz und aus Teer wird Schotter. Da mir aber um diese Uhrzeit nicht mehr so nach Abenteuer ist, beschliesse ich hier abzubrechen und am naechsten Morgen weiterzumachen. Selbstverstaendlich goenne ich mir noch eine Zigarette an diesem beschaulichen und friedlichen (?) Plaetzchen. Auf einmal habe ich jedoch das Gefuehl beobachtet zu werden und mir laeuft es eiskalt den Ruecken runter. Schnell auf den Hund und weg von hier …

Zurueck in Ligonchio finde ich ein Albergo fuer die Nacht. Am Tresen erfahre ich, dass vor einigen Jahren an besagtem Landeplatz Pilzsammler eine tote Familie (oder umgekehrt) gefunden haben. Naja, ich bin ja eigentlich recht bodenstaendig … aber in diesem Fall bin ich doch extrem froh zurueck in der Zivilisation zu sein.
Fortsetzung folgt – bitte um Geduld!
Viele Gruesse von der Kueste
