nun sind wir wieder hier, der Anhänger ist auch schon wieder bei Guido, aber den Muskelkater vom Pässefahren hab ich immer noch!
Dabei begann alles garnicht so prickelnd. Auf dem Münchner Ring, kurz nach dem Tanken meldete der kleine Golf "Puh, mir ist aber heiß!". Also rechts ran, Heizung und Gebläse auf volle Pulle, Motorhaube auf und mal nachsehen. Da ich aber nur ein Fachabi hab, sah ich nix. Neuer Versuch, Temperatur war ja runter gegangen. Aber nach wenigen Metern war klar: Ein gelber Engel muss her! Der war auch nach ner Stunde da und stellte fest, das sich das Thermostat verabschiedet hatte, beim Golf III wohl ein Klassiker. Da wir aber weiter wollten baute er das Teil einfach aus. Bei 30°C im Schatten ist es nicht wirklich tragisch, wenn nur der große Kühlkreislauf bedient wird. Hier stellte sich dann heraus, das es eine gute Idee war, die Warnweste, deren Freund ich ja nichte wirklich bin, beim Treffen mitgenommen zu haben. Eignet sich prima fürs Beweisfoto fürs Forum

Dort war dann alles schön. Hotel schön, Dorf schön, Pumpe schön schnell getroffen und einen netten Abend mit wichtigen Benzingesprächen verbracht.
Am nächsten Tag waren wir dann mit ihm für den Großglockner verabredet. Die Auffahrt über die Südseite war zwar wolkenverhangen und die Strasssen feucht, aber wie es im Hochgebirge nun mal so ist: schon im Nachbartal kann sich das radikal ändern, was dann auch geschah. Sonne und trockene Strassen mit ausreichend Kurven mit jeden Radius. Großartig!

Ich will euch nun nicht mit allen schmutzigen Details langeweilen aber es läßt sich sagen, das Österreich ein paar echt nette Kurven hat, aber sonst eher teuer ist. Da wir es uns nicht nehmen ließen, auch wieder in die Dolomiten auf der italienischen Seite zu fahren, wo der Kaffee besser schmeckt und deutlich günstiger ist, können wir das beurteilen.
Bemerkenswertes: der Staller Sattel. Ist von der österreichischen Seite jede Stunde zwischen voll und viertel nach zu befahren und in der Gegenrichtung von halb bis viertel vor. Warum? Weil die Strasse so schmal ist, das lediglich eine Dose drauf passt. Als wir runter fuhren hatten wir vor uns lediglich nen Wiener CB1300 Fahrer, der sich wohl auskannte und hinter uns nen Harleyfahrer aus Berlin, der es schaffte, sich mit seinem 300er Hinterreifen fast nicht abhängen zu lassen. Respekt! Auf der Rückfahrt erreichte ich den Start gegen zwanzig vor und hatte die Strecke für mich allein. Ohne Gegenverkehr kommt tatsächlich ein wenig Rennstreckenatmosphäre auf.
Am Donnerstag fuhr ich allein noch mal auf den Großglockner. Schon bei der Anfahrt war es ein Genuss, dem Bugatti aus den 30er Jahren beim Überholen der Trecker, die sich für ein großes Treffen dort versammelten, lauschen zu dürfen. Als ich dann am Mauthäuschen ankam staunte ich nicht schlecht. Dort standen ca. 12 Mercedes SLR, Stückpreis glaub ich ca. 500.000,-€ für ein Safty and Race Training. Ich hab so´n Teil nur mal beim Gebrauchtwagenhändler stehen sehen oder im Fernsehen bei 24 Stunden Rennen auf dem Nürburgring. Ein wenig schadenfroh war ich ja doch, nicht nur, weil ich vor denen den Anstieg in Angriff nahm, sondern auch als ich feststellte, das die Südseite mal wieder wolkenverhangen war mit Sichtweiten teilweise unter 30 Metern und nasser Strasse, also genau den Bedingungen, in denem man mit nem Panda genausoschnell fahren kann wie mit nem SLR

Ca. 100 Höhenmeter vor dem ersten Gipfel war dann aber die Strasse trocken und die Sicht grandios und so hatten dann alle Beteiligten auch wieder Spaß, auch die in den Edeldosen.
War ein schöner Urlaub. Ich finde es nach wie vor bemerkenswert, wie gut man sich mit Menschen, die man zwar nie zuvor gesehen hat, aber aus dem Forum kennt, unterhalten kann. Pumpe: jederzeit wieder. Vielleicht gelüstet es Dich ja mal nach Deutschen Mittelgebirgen. Melde Dich einfach.
Auch die härteste Sozia von allen machte ihrem Namen wieder alle Ehre und stellte erneut unter Beweis, das sie Langstreckentauglich ist.
Entspannte Grüße,
Bettina und Stoppehopser
-- Samstag 17. September 2011, 15:52 --
und noch ein paar Bilder: