
Obwohl mein Ziel der Passo del Giova ist, entschliesse ich mich zu einem kurzen Abstecher nach Caldirola. Von nun an geht es bergauf; die geraden Strecken zumeist mit gemaessigten Steigungen, die Serpentinen dafuer umso steiler.

Nach kurzer Zeit erreiche ich das Ende der Strasse. Hier befindet sich die Talstation der Sesselbahn „Monte Gropa“ (Marchisio-Doppelmayr) und ein Schlepplift (Marchisio). Wie in Italien ausserhalb der Saison üblich, ist vor Ort (fast) keine Menschenseele zu sehen.


Nachdem ich mich ein wenig umgesehen habe, geht es ein Stueck zurueck in’s Tal runter. Dabei geniesse ich den Ausblick auf Garadassi und Morigliassi.


Bei Costa die Ferrai biege ich in Richtung Forotondo ab. Von dort aus soll es eine Nebenstrasse auf den Monte Boglelio (1492m) geben. Diese Nebenstrasse ist allerdings nicht so leicht zu finden. Zuerst lande ich auf einem Feldweg, der wenig später in einen Wanderweg uebergeht.

Also zurueck und naechster Versuch. Irgendwann und irgendwo habe ich dann die besagte Nebenstrasse gefunden. Es ist eine „Strada Consorziale“, die ueber Almgebiete mit freilaufenden Tieren fuehrt. Deshalb sind zu Beginn und am Ende Schranken installiert.

„Oben“ angekommen, verspricht die Karte eine Art Kammstrasse mit schoenem Ausblick. Also das mit dem Ausblick stimmt schon, aber Strasse – naja …

Obwohl „Mittelgebirge“ geht es zuweilen sehr steil auf und ab, tiefe Spurrillen, Erosion und Geroell fordern doch etwas Aufmerksamkeit. Zwischendurch fahre ich mitten durch eine Herde Rindviecher; die sind mindestens genauso ueberrascht wie ich …

Etwas spaeter erreiche ich den Passo del Giova (1368m). Etwas unterhalb der Passhoehe befinden sich mehrere Appartmenthaeuser, Hotels, die Talstation der Sesselbahn „Pian del Poggio“ (Marchisio) und ein Skilift (Marchisio). Obwohl auch hier alles „tot“ ist, so bekomme ich doch ein warmes & leckeres Mittagessen in der oertlichen Kneipe.

Zuerst beabsichtige ich den direkten Weg nach Ottone zu nehmen.

Dann entscheide ich aber anders und fahre weiter in Richtung Brallo. Im Hintergrund sieht man den Bergkamm mit der Strasse des schoenen Ausblicks.

Weiter geht es durch die „gruene Hoelle“ Appennin.

Hinter einer Kurve steht ploetzlich ein „Maennlein“ im Walde: Gegenueber eines verfallenen Hotels ist eine Prinoth Pistenraupe vom Typ „Big“ der ersten Generation unter Tannenbaeumen abgestellt.

Auch in Italien gibt es interessante Ortsnamen.

Bei Ponte Organasco quere ich den „Fiume Trebbia“.

An dieser beschaulichen Stelle ging es im zweiten Weltkrieg weit weniger friedlich zu. Diverse Gedenktafeln erinnern an rege und heftige Partisanentaetigkeit.

Ein kurzer Abstecher fuehrt mich nach Santo Stefano d’Aveto. Am Ende der Strasse steht eine Sesselbahn (Doppelmayr) neueren Datums und ein Leitner Ski-Kuli der zweiten Generation. Dieser scheint allerdings nicht mehr benutzt zu werden, da u.a. die obligatorischen Wartungspodeste an den Stuetzen fehlen.


Weiter geht es in Richtung Santa Maria del Taro. Dort vertue ich etwas Zeit auf der Suche nach nicht mehr existierenden (in der Karte aber eingezeichneten) Seilbahnen. Langsam wird es kuehl und die Sonne verschwindet.

Gerne wuerde ich im Rifugio auf dem Passo del Bocco (956m) uebernachten. Essen ja, aber Zimmer nein heisst es. So kommen wir nicht in’s Geschaeft. Also weiter, aber auch in Borgonovo Ligure und in Borzonasca findet sich keine Unterkunft. Ich wende und fahre in Richtung Kueste, inzwischen ist es dunkel. Das naechste Hotel, Albergo oder was auch immer soll meines sein; aber es kommt nichts! Endlich in Chiavari ein Wegweiser „Bed & Breakfast“. Ich folge dem Hinweis, die Ministrasse fuehrt zuerst durch skurrile Gegenden, dann geht es steil einen Huegel zwischen Villen hinauf und ploetzlich bin ich auf der anderen Seite des Huegels an der naechsten groesseren Strasse und sehe wieder ein B&B Schild, diesmal aber in die andere Richtung. Ich fahre noch ein paar Mal hin und her bis es mir zu bunt wird. Das naechste Auto wird angehalten und eine junge Frau mit ihrem Smart „genoetigt“ mich zu fuehren. Ich erlebe eine Ueberraschung! Doch dazu mehr in meinem naechsten Bericht …
Viele Gruesse von der Kueste!
