Nachdem das Auffinden meiner Unterkunft am Vorabend nur durch Unterstützung der freundlichen
Smart-Fahrerin möglich war, bin ich natuerlich gespannt wo ich denn gelandet bin.
Umso groesser ist die freudige Ueberraschung, als ich die Fensterlaeden oeffne und einen herrlichen
Ausblick auf das Mittelmeer habe. Zudem scheint bei blauem Himmel die Sonne.

Das Fruehstueck wird uebrigens in einem Pavillon im Garten - selbstverstaendlich mit Ausblick -
serviert. Hinter dem Haus, so die Wirtin, waere dann auch noch ein kleiner Pool ...
Nach dem Fruehstueck lasse ich es mir natuerlich nicht nehmen um die Ecke zu schauen und
ueberlege prompt meine ganze Reiseplanung ueber den Haufen zu werfen und einfach nur einen
Faulenzer-Urlaub zu machen.

Natuerlich siegt die "Vernunft", ich packe meine Sachen und mache mich auf den Weg.
Nun lueftet sich auch das Geheimnis, warum ich das Haus im Dunkeln mitten in den Olivenhainen
nicht finden konnte. Wie im Bericht vom Vortag schon geschrieben, stehen an den Hauptstrassen
gut sichtbare Schilder, die den Weg weisen.

An der Einfahrt zum Anwesen steht aber nur eine Holztafel (links hinter der Mauer), die ich im
Dunkeln natuerlich nicht beachtet habe, da ich aehnliche Schilder wie an der Strasse gesucht
habe. Ironischerweise stand ich nachts bei meinem ersten Versuch genau vor der Zufahrt und
habe erstmal eine Bedenk-Zigarette geraucht ...

Das Bed & Breakfast heisst uebrigens "Le Querce sul Mare", befindet sich in Chiavari und ist
wirklich sehr zu empfehlen. Ich hatte fuer die eine Nacht ein riesen Appartment im Souterrain,
alles ist pikobello sauber und in gutem Zustand. Im Internet findet man das Haus unter:
http://www.lequercesulmare.it
Auf dem Weg runter in die Stadt fahre ich noch ein wenig durch die Olivenhaine und geniesse
die Aussicht auf das Mittelmeer.

Chiavari ist uebrigens eine typische mediterrane Stadt mit dem ueblichen Flair.

Dieser schoene Zugang fuehrt nicht in einen Park, sondern auf den oertlichen Friedhof.

Nach etwas "Orientierungsfahrt" durch das Zentrum folge ich der Kueste in Richtung Sueden.

In San Bartolomeo zwischen Sestri und Casarza biege ich nach Osten in das Landesinnere ab.
Ueber die SS523 fahre ich in Richtung Varese Ligure. Castiglione Chiavarese bietet diesen
malerischen Anblick.


In Varese Ligure steht diese alte Bruecke und verbindet die beidseitig des Baches gelegenen
Stadtteile.

Weiter geht es in Richtung Passo di Cento Croci (1055m).


Etwas unterhalb der Passhoehe zweigt eine kleine Strasse ab. Ich verlasse also die Hauptstrasse
und werde von diesen drei Damen begruesst.

Die Nebenstrasse fuehrt mich zum Passo Cappellata, wo vier grosse Windkraftanlagen stehen,
auf die man (viele Schilder!) recht stolz ist.

Von dort gelange ich auf einer kleinen malerischen Strasse ueber Albareto nach Borgo.

Irgendwie ist fuer heute die Luft raus. In Borgo mache ich erstmal Kaffeepause und gehe dann
zum Haare schneiden. Die adrette Friseuse verrichtet zwar einen akkuraten Job, aber zeigt mit
"dem Spiegel danach" nicht nur Nacken und Seiten, sondern auch den langsam beginnenden
Hubschrauberlandeplatz mitten auf dem Haupt. Etwas frustriert setze ich meine Reise in
Richtung Passo del Brattello (953m) fort. Die oestliche Abfahrt nach Pontremoli bietet folgenden
Blick auf das Magra Tal mit der Autostrada A15.

Ueber den Passo del Cirone (1255m) gelange ich in den Parco * dell' Appennino
Tosco-Emiliano. Um zumindest eine "Seilfoerderanlage" am heutigen Tage zu sehen, mache
ich noch einen kurzen Abstecher zum Lago Santo. Nach wie vor fuehren die letzten Kilometer
ueber einen ungeteerten Waldweg.

Unverändert zu meinem Besuch 2007 praesentiert sich die Sesselbahn Lagdei - Lago Santo.
Die 1974 von Nascivera gebaute Anlage wurde im Jahre 2000 mit Unterstuetzung von Leitner
revidiert.

Aufgrund meiner guten Erfahrungen vor drei Jahren beschliesse ich die Nacht wieder in
Bosco zu verbringen. Auf dem Weg dorthin passiere ich diese Wehranlage. Ich bin immer
wieder positiv ueberrascht und erfreut zu sehen, wie intensiv in Italien umweltfreundliche
Wasserkraft seit Jahrzehnten zur Stromerzeugung genutzt wird.

Fuer heute reicht es. Auf der Terasse des Albergo erwarte ich die aufziehende Daemmerung
mit Espresso und Grappa.
Fortsetzung folgt ...
Viele Gruesse von der Kueste!
