
Wie schon am Vortag ist die Aussicht von dem exponiert gelegenen Oertchen San Pellegrino in Alpe wunderschoen.

Bevor ich meine Reise gen Westen fortsetze, fahre ich nochmals zurueck auf den Passo di Radici um mich etwas umzusehen. Dann mache ich mich auf den Weg nach Castiglione di Garfagnana. Am Anfang der SP71 stehen diese vielversprechenden Schilder.

Immer wieder fasziniert das obergeniale Panorama.

Etwas unterhalb von San Pellegrino in Alpe wird aus dem extrem engen und steilen Bergstraesschen eine relativ normale Nebenstrasse.

Die Durchfahrt von Castiglione di Garfagnana gestaltet sich durchaus interessant, da gerade etwas gebaut wird und offensichtlich einige Schilder vorlaeufig entfernt wurden. Dennoch finde ich meinen Weg. Durch ein enges und schmales Tal verlaeuft die SP13 in Richtung Massa. Ich passiere diverse Kieswerke und ein Wasserkraftwerk.

Die kleine Bergstrasse mit ihren Betongelaendern wirkt wie in den 50/60er Jahren stehengeblieben. Noch ist man hier nicht ueberall von Leitplanken und Fangzaeunen eingesperrt …

Weit oben im Tal durchfaehrt man einen Tunnel und befindet sich auf einmal mitten in einem alten aufgelassenen (Marmor-) Steinbruch.

Kurz dahinter gabelt sich die Strasse. Ich folge dem rechten Abzweig in Richtung Kueste. Einige Kilometer weiter passiere ich die Ortschaft Arni. Man kann deutlich sehen, dass Marmor das Leben vor Ort bestimmt.

Am Scheitelpunkt der Strecke durchfaehrt man einen weiteren ziemlich langen Tunnel und wird an dessen westlichen Portal mit einem grandiosen Panorama ueberrascht.

Von oben blickt man in einen Marmorbruch; die schweren Bagger und Geraetschaften sehen aus der Hoehe wie Spielzeug aus. Der Marmor wird uebrigens in grossen Quadern mittels Drahtseilen aus dem Berg „gesaegt“ und dann mit schweren Vierachs-Plattform-LKW in’s Tal zur weiteren Verarbeitung gebracht.

Die Strasse folgt noch ein Stueck dem Berg; nach mehreren Tunnels und Galerien kommen viele, viele Serpentinen auf dem Weg hinab zur Kueste.



Der Streifen zwischen Wasser und Bergen ist dicht besiedelt. Hier der Blick auf Massa und Carrara.

Es ist Mittagszeit, in beiden Staedten sind „tausende“ Schueler und Berufstaetige auf dem Weg in die wohl verdiente Mittagspause. Ich bin froh, als ich endlich auf der unheimlich breiten Ausfallstrasse nach Marina di Carrara bin. Am Messegelaende vorbei fahre ich auf einer „Strada Panoramica“ in Richtung Lerici. Dabei passiere ich diesen Tretbootverleih.

Auf einer etwas vorgezogenen Landzunge lockt der Aussichtspunkt „Punta Bianca“. Ausser einer kleinen aber langen Schlaglochstrasse, die auf einem strandnahen Park(Muell)platz endet, ist da aber nix mit Aussicht. Lediglich auf dem Rueckweg zur Hauptstrasse biete sich dieser huebsche Blick auf die Berge hinter Carrara (links) und Massa (rechts).

Auf der „Strada Panoramica“ geht es weiter in Richtung Lerici und La Spezia.

Wetter, Landschaft und Panorama sind ueberwaeltigend … dennoch, hier fahren viel zu viele chicke Frauen mit dunklen Sonnenbrillen in viel zu grossen Gelaendewagen, von denen sie leider nicht wissen wie breit diese sind … nicht so ganz meine Gegend …

Ein letzter Blick auf das Kastell von Lerici, welches zu den historischen Schutzbauwerken fuer den alten Marinehafen La Spezia gehoerte. Im Hintergrund der „Golfo della Spezia“ auf dem ich oft genug mit meinen diversen Schiffen getrieben habe, bis dann endlich unser Liegeplatz frei wurde …

Eigentlich wollte ich auch noch die „Cinque Terre“ westlich von La Spezia durchfahren, aber die Zeit draengt. Bei knapp 30 Grad im Schatten kehre ich dem Mittelmeer den Ruecken und fahre auf der Autobahn in Richtung Norden. Vorbei an Parma, Modena und Verona verlasse ich die Autostrada an der Ausfahrt Rovereto Sud/Garda Nord. Inzwischen ist es schon 19 Uhr, die Sonne hat sich verabschidet und es wird dunkel. Dennoch eile ich noch ueber Terragnolo und Folgaria hinauf in die Berge nach Lavarone. Ein letzter Blick zurueck in Richtung Rovereto.

Kurz nach acht erreiche ich den Ortsteil Bertoldi. Es ist inzwischen saukalt und faengt an zu troepfeln. Gluecklicherweise hat das Hotel „Caminetto“ geoeffnet, noch ein Zimmer fuer mich frei, eine Garage fuer die Bulldog sowie warmes Abendessen parat. Nach diesem husche ich durch den inzwischen stroemenden Regen zur Bar in das Nachbarhaus. Der Wirt erzaehlt mir, dass es laut Vorhersage die naechsten 36 Stunden regnen soll. Mehrere verschiedene Sorten Grappa und eine sehr attraktive Bardame helfen mir diese unguenstige Wetterprognose zu verdraengen.
Fortsetzung folgt …
Viele Gruesse von der Kueste
