mit der heutigen Predigt möchte ich mich an alle diejenigen von euch wenden, die vorhaben Mopedferien am Niederrhein zu machen. Euch möchte ich zurufen:"Haltet ein! Fahrt nicht ins Land der tausend Kühe und fünf Kreisverkehre!" Nein, wer ernsthaft Kurven räubern will umfährt diesen Bereich großräumig und begibt sich direkt in die Eifel oder jedes andere Mittelgebirge. Besonders schön weil mit tollen Kurven gesegnet ist, wahrscheinlich aufgrund des vulkanischen Ursprungs, die Eifel oder die Ardennen.
Freitags fuhren wir mit kleinem Gepäck los, (paßte alles ins Topcase), schön über Landstraßen durchs Bergische in die Eifel. Den Rhein überquerten wir stilecht nach alter Väter Sitte mit der Fähre bei Bad Hönningen und schon waren wir in der Eifel. Für den ersten Tag reichte es der Dogge, Bettina und mir uns bis Schönau, in der Nähe von Bad Münstereifel zu gelangen, um dort im Wilden Weg zu nächtigen. Wir waren dort schon mal und es war prima, wenn man von dem Umstand absieht, das sich alle Tiere des Waldes dazu verabredet hatten, vor uns kichernd hinter Bäumen zu verstecken, sodaß wir nur die Faune genießen konnten.
Am nächsten Tag sollte es nach Spa gehen. Ich war dort noch nie und auf dem Weg dorthin fiel mir auf, das ich mit der Dogge noch nie im Ausland war. Wie würde das sein? Gäbe es Verständigungsschwierigkeiten? Würde die Dogge fremdeln? Sind die belgischen Pommes wirklich besser als die heimischen? Kann ich mal ne Runde in Spa drehen? Letzteres ließ sich mit einem klaren Ja! beantworten. Leider nicht mit dem Moped auf der Rennstrecke, weil da so´n doofer Porschecup ausgetragen wurde, aber ich umrundete Bettina per Pedes! War auch schön, zumindest aus meiner Sicht.


Der Teil von Belgien, der sich südlich von Spa befindet ist landschaftlich nicht so prickelnd und so verschlug es uns nach Luxemburg. Ganz großes Tennis. Kurven wie aus dem Bilderbuch und Straßenzustand wie aus dem Lehrbuch. Und ganz viel davon. Einziger Wehrmutstropfen: wir nächtigten im der Auberge Vallée de L´Our in Niedereisenbach. Nie wieder! Nicht zu empfehlen! Teuer, dreckig, unfreundlich. Wahrscheinlich hatten die Besitzer gerade im Lotto gewonnen und brauchen sich um ihre Gäste keine Gedanken mehr zu machen. Ich versteh nicht wie man... egal, ich bin nicht mehr da und auch nicht bereit, mich weiterhin über dieses scheiß Hotel aufzuregen. Fahrt da einfach nicht hin, es gibt jede Menge Alternativen.
Dem aufmerksamen Gemeindemitglied wird nicht entgangen sein, das wir inzwischen Sonntag haben und ich mich zwar an der Deutsch-Luxemburgischen Grenze befinde, aber doch ein ganzes Stückchen vom heimischen Ruhrgebiet entfernt, welches ich aus beruflichen Gründen spätestens Montag Morgen mit meiner Anwesenheit zu beglücken hatte. Und wer mich näher kennt weiß, das ich mir die Dogge nicht gekauft habe um mich auf der Autobahn zu langweilen. Um es nicht allzusehr ins epische laufen zu lassen: 500 km Landstraße, geschätzt mindestens alle 100 m ne Kurve macht 5000 Kurven. Mindestens!


Bilder reiche ich nach, die Schlußglocken läuten das Ende der Predigt an und die Gemeinde verläßt die heiligen Hallen.
Entspannte Grüße,
Stoppelhopser und Bettina